Engagement mit Impact – klare Ziele für den Nachhaltigkeitsdialog mit Firmen

Engagement mit Impact – klare Ziele für den Nachhaltigkeitsdialog mit Firmen
08.03.18

• Die Verfügbarkeit von Unternehmensdaten über die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf Umwelt und Gesellschaft – das sogenannte Impact Reporting – ist noch begrenzt. • Daher ist für das Impact Equity Team von NN Investment Partners der aktive Dialog mit Unternehmen, in die wir investieren, unverzichtbar – er eröffnet uns einen besseren Zugang zu relevanten Daten. • Wir sprechen mit allen Unternehmen in unserem Impact Portfolio und legen unser Augenmerk dabei nicht nur auf die Schwächen der Unternehmen, sondern auch darauf, ihre Stärken sichtbarer zu machen.

Huub van der Riet, Lead Portfolio Manager Impact Investing, Willem Schramade, Senior Portfolio Manager Impact Investing und Hendrik-Jan Boer, Head of Sustainable Investments bei NN Investment Partners:

Impact Investing ist anspruchsvoll, ein effektives Engagement als Investor beginnt mit einer klaren Vorstellung darüber, was man erreichen will. Daher hat das Impact Equity Team von NN Investment Partners (NN IP) drei übergeordnete Ziele für das Engagement mit den Unternehmen, in die investiert wird, festgelegt: Erstens soll der direkte Dialog genutzt werden, um sich von der Performance hinsichtlich Impact und Nachhaltigkeit zu überzeugen sowie davon, dass das Unternehmen bewusst nach Impact-Kriterien handelt. Zweitens sollen Impact-Reporting und Impact-Performance verbessert werden. Drittens soll der Impact über Kennzahlen messbar sein.

Vor unserem ersten Treffen mit einem Unternehmen analysieren wir seine Geschäftstätigkeit und bewerten ihren Einfluss auf die Umwelt und die Gesellschaft. Dieser Prozess beinhaltet in der Regel eine Überprüfung der Jahresberichte, der Nachhaltigkeitsberichte, der Investor-Relations-Präsentationen, der Brokerberichte und Nachhaltigkeitsratings. Das gibt ein erstes Gefühl dafür, wie ein Unternehmen beim Thema Impact abschneidet, und wo wesentliche Handlungsfelder in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance, kurz ESG) liegen. Nach unserem ersten Treffen mit dem Unternehmen legen wir innerhalb der drei übergeordneten Ziele unternehmensspezifische Impact-Ziele fest.

Unternehmensbeispiel aus dem Solarsektor

Unsere Erstbewertung eines Solarenergieunternehmens, in das wir investieren, ließ beispielsweise erkennen, dass seine Produkte hochwertiger sind als die Produkte seiner Wettbewerber. Die bessere Qualität seiner Produkte bedeutet höhere Effizienz für die Kunden und höhere Margen für das Unternehmen und seine Aktionäre. Gleichzeitig bemerkten wir, dass das Unternehmen die Effizienz seiner Produkte nur begrenzt gemessen hat. Wir wollten daher herausfinden, wie viel das Unternehmen zur Reduktion der CO2-Emissionen seiner Kunden beiträgt. Zudem wollten wir ein besseres Verständnis für wichtige Werte gewinnen, wie z. B. Innovationen und Mitarbeiter, die es dem Unternehmen ermöglichen, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen.

Durch unser Engagement konnten wir außerdem unsere Wahrnehmung des Unternehmens in Bezug auf sein Abschneiden bei unseren Impact-Kriterien verifizieren – Materialität, Intentionalität und Transformationspotenzial. Materialität: Ist der Impact relevant für Wertschöpfungstreiber, z.B. Umsatz, Gewinn und Investitionen? Beeinflusst er die License to operate des Unternehmens? Intentionalität: Ist der Impact eine bewusste Entscheidung und Teil der Unternehmensstrategie? Transformationspotenzial: Treibt das Unternehmen mithilfe des Geschäftsmodells, von Technologie, Volumen oder Standards wesentliche positive Veränderungen voran?

Kooperation statt Konfrontation

Wir verfolgen nicht den feindseligen Ansatz aktivistischer Aktionäre, unser Impact-Engagement ist kooperativ, ganzheitlich und individuell auf jedes einzelne Unternehmen abgestimmt, in das wir investieren. Unser Impact-Engagement ist im Wesentlichen eine Ausweitung der etablierten Fundamentalanalyse, mit ausdrücklichem Augenmerk auf Wirkung/Impact und Nachhaltigkeit. Es ist ein arbeitsintensiver Prozess, der ein konzentriertes Portfolio erfordert, um effektiv zu sein. Bei einem Portfolio aus 40 bis 50 Aktien mit langer Haltedauer entwickeln die Portfoliomanager unserer Global Equity Impact Opportunities Strategie fundierte Kenntnisse über alle Unternehmen. Wir haben im Jahr 2017 im Rahmen unseres Impact-Engagements über 80 Treffen und Anrufe mit Unternehmen durchgeführt und stehen darüber hinaus kontinuierlich per E-Mail mit den Unternehmen in Kontakt.

Beim ersten Treffen mit einem Unternehmen decken wir eine große Bandbreite an Themen ab, z. B. seine generelle Herangehensweise an Nachhaltigkeit, seinen Umgang mit wichtigen ESG-Themen, wie die Geschäftsleitung den Impact Unternehmens bewertet und für welche entsprechenden Reportings sie sich entschieden haben. Die Folgetreffen sind deutlich spezifischer und konzentrieren sich auf die relevantesten Themen. Im Fall des Solarunternehmens befassten wir uns z. B. mit der Impact-Messung: Wie hoch sind die CO2-Einsparungen der Unternehmenskunden dank der speziellen Technologie seiner Produkte?

Der Engagement-Prozess ist zentraler Bestandteil unseres Investment-Prozesses insgesamt. Besondere Bedeutung kommt dem Impact-Engagement dabei im Rahmen der fortlaufenden Evaluation und dem Monitoring zu. Wir verfolgen, inwieweit unsere gesteckten Engagement-Ziele erreicht worden sind. Das ist die Grundlage für unsere Fragen beim nächsten Treffen. Dabei bestimmen und dokumentieren wir drei Arten von Engagement-Zielen für jedes Unternehmen, in das wir investieren: Erstens unsere Überzeugung in Bezug auf Intentionalität und Performance, zweitens das Nachhaltigkeits-Reporting und drittens die Impact-Messung.

Unsere Engagement-Ziele

Quelle: NN Investment Partners

Evaluation des Impact-Engagements

Bei der Bewertung unseres Impact-Engagements betrachten wir den Fortschritt des Unternehmens bei den definierten Zielen. Auf qualitativer Ebene berücksichtigen wir vor allem die Offenheit des Dialogs, die Bereitschaft des Unternehmens, Verbesserungspotenziale anzuerkennen, die Anzahl, Art und Tiefe der besprochenen Themen, die Glaubwürdigkeit der gegebenen Beispiele und inwieweit relevante Daten zur Verfügung gestellt werden. Bei vielen unserer Engagements ist der Dialog sehr fruchtbar. Doch in einigen Fällen können die Gespräche mit den Unternehmen so enttäuschend sein, dass wir uns entschließen, unsere Position zu verkaufen.

Vorteile für Unternehmen

Die Resonanz der Unternehmen auf unseren Ansatz ist sehr positiv. Sie schätzen unser Feedback zu ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen – ein Thema zu dem sie tendenziell nur wenig Rückmeldung von Investoren erhalten. Mit unserem Feedback können sie zudem intern nachweisen, dass Investoren an diesen Themen interessiert sind, was dabei hilft, das interne Bewusstsein dafür zu stärken. Besonders interessiert sind Unternehmen daran, von uns Best-Practice-Beispiele für Impact- und Nachhaltigkeits-Reportings zu bekommen. Zudem fragen sie uns oft nach Möglichkeiten, wie sie mit Nachhaltigkeits-Ratings von Ratingagenturen umgehen sollen. Als Fazit lässt sich daher festhalten, dass wir mit unserem Impact-Ansatz auf die Unternehmen, in die wir investieren, einen sinnvollen und nachweisbaren Einfluss nehmen können.

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Über den Autor

Willem Schramade

Willem Schramade

Senior Portfolio Manager

Erfahrung seit 2000

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