Für eine Allokation in Schwellenländer-anleihen gibt es 2018 gute Argumente

Für eine Allokation in Schwellenländer-anleihen gibt es 2018 gute Argumente
31.01.18

• Die Fundamentaldaten der Schwellenländer verbessern sich, die Portfoliozuflüsse in Schwellenländeranleihen erreichten 2017 mit 112,8 Mrd. US-Dollar ihren höchsten Stand seit zehn Jahren. • Dieser Aufwärtstrend wird sich unserer Meinung nach fortsetzen. • Das bessere fundamentale Umfeld sollte eine weitere Einengung der Risikoprämien ermöglichen, und die technischen Faktoren werden voraussichtlich Unterstützung bieten.

Marcelo Assalin, Head of Emerging Market Debt bei NN Investment Partners:

Die Aussichten für das Weltwirtschaftswachstum sind robust. Der gleichzeitige Aufschwung in den entwickelten Märkten und den Schwellenländern dürfte andauern und den Welthandel ankurbeln. Das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer wird nach unseren Erwartungen von 4,5 Prozent im Jahr 2017 auf 4,8 Prozent im Jahr 2018 steigen. Wenn sich der Zustand der Weltwirtschaft weiter verbessert, könnte das Wachstum in den Schwellenländern sogar noch höher ausfallen. Die chinesische Regierung wird in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich auf die Qualität und nicht auf die Geschwindigkeit des Wachstums setzen, die entsprechenden Strukturreformen nehmen zu. So dürfte China in den kommenden Jahren eine Wachstumsrate von 6 bis 6,5 Prozent erzielen.

Die Außenhandelsbilanzen vieler Schwellenländer haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, die Haushaltsdefizite sind drastisch geschrumpft. Der Verschuldungsgrad ist seit dem Höhepunkt im Jahr 2015 zurück-gegangen, ein weiteres Anzeichen für die Verbesserung der Fundamentaldaten. Zugleich bleibt die Inflation historisch gesehen niedrig, trotz einer leichten Beschleunigung in den zurückliegenden Monaten, die das stärkere Wachstum widerspiegelt. Die Realzinsen sind in den Schwellenländern immer noch hoch, was Anlegern einerseits höhere Risikoprämien bietet und den lokalen Zentralbanken andererseits einen Puffer verschafft, falls sie die Zinsen anheben müssen. Schwellenländerwährungen haben etwas an Boden gutgemacht, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, sind aber immer noch um etwa 15 Prozent unterbewertet.

Zwar sehen wir auch potenzielle Risiken, sie dürften den positiven Ausblick allerdings nicht trüben. Die Normalisierung der Geldpolitik, vor allem in den USA, wird die Anleiherenditen etwas unter Aufwärtsdruck setzen. Für sich allein genommen dürfte dies das positive Bild für Schwellenländeranleihen nicht beeinträchtigen, aber in Kombination mit einem überraschenden Inflationsanstieg, der zu einem härteren Kurs der US-Notenbank führen würde, könnte das erhöhte Marktschwankungen zur Folge haben. Auch der US-Protektionismus, den viele vor einem Jahr befürchteten, der aber bisher nicht eingetreten ist, stellt nach wie vor ein Risiko dar. Allerdings dürfte davon 2018 noch keine große Gefahr ausgehen, zumal nun die US-Steuerreform bewilligt wurde. Die Protektionismusgefahr sollte aber nicht ignoriert werden, da die USA gegenüber Ländern, die im Vergleich zu den USA große Handels-überschüsse haben, wie China, Südkorea, Japan und Mexiko, immer noch eine härtere Gangart einschlagen könnten. Letztlich dürfte jedoch Pragmatismus die Oberhand gewinnen, da protektionistischen Maßnahmen der USA auf Gegenmaßnahmen der anderer Seite stoßen würden, was Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben würde.

Die Ölpreise sollten alles in allem relativ stabil bleiben. Zwar könnten sie durch zunehmende geopolitische Spannungen in die Höhe getrieben werden – und aktuell werden sie bereits vom Abkommen zwischen der OPEC und anderen Ölproduzenten über eine Förderkürzung und von einer stärkeren Nachfrage infolge des höheren Wirtschaftswachstums unterstützt. Andererseits werden höhere Ölpreise die US-Schieferölproduzenten anregen, ihre Produktion zu erhöhen, was das Aufwärtspotenzial für die Ölpreise wiederum begrenzt.

Die Nachfrage nach Schwellenländeranleihen ist hoch und wird vermutlich andauern. Ein wichtiger Treiber ist die Differenz des Wirtschaftswachstums zwischen den entwickelten Märkten und den Schwellenländern. Diese Differenz hat im Jahr 2016 bei etwa 2 Prozent ihren niedrigsten Stand erreicht. Seither ist sie gestiegen, und wir erwarten in den kommenden Jahren eine weiter zunehmende Differenz. Dabei ist die Korrelation zwischen den Portfoliozuflüssen in Schwellenländeranleihen und diesem Wachstumsunterschied aus historischer Sicht hoch.

Wirtschaftswachstum: Entwickelte Märkte und Schwellenländer im Vergleich

Quelle: Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (Oktober 2017)

Schwellenländeranleihen werden 2018 vermutlich attraktive Gesamtrenditen erzielen. Unser konstruktiver Aus-blick basiert großenteils auf den besseren Fundamentaldaten und der Attraktivität der Anlageklasse im Vergleich zu anderen Anleihemärkten. Das breit angelegte globale Wachstum und Chinas Fokus auf Reformen erzeugen für Schwellenländeranlagen ein dynamisches Umfeld und politisch bedingte Schwankungen werden erfahrenen aktiven Managern gute Anlagemöglichkeiten eröffnen.

Laden Sie den Artikel herunter:


Rechtliche Hinweise:
Diese Publikation dient allein Informationszwecken. Sie stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Insbesondere handelt es sich hierbei weder um ein Angebot oder einen Prospekt noch eine Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf von Wertpapieren, zur Abgabe eines Angebots oder zur Teilnahme an einer bestimmten Handelsstrategie. Dieses Dokument richtet sich nur an erfahrene Anleger. Obwohl die hierin enthaltenen Informationen mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurden, übernehmen wir keine – weder ausdrückliche noch stillschweigende – Gewähr für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit. Wir behalten uns das Recht vor, die hierin enthaltenen Informationen jederzeit und unangekündigt zu ändern oder zu aktualisieren. Eine direkte oder indirekte Haftung der NN Investment Partners B.V., NN Investment Partners Holdings N.V. oder anderer zur NN-Gruppe gehörender Gesellschaften sowie deren Organe und Mitarbeiter für die in dieser Publikation enthaltenen Informationen und/oder Empfehlungen ist ausgeschlossen. Sie nutzen die hierin enthaltenen Informationen auf eigene Gefahr. Investitionen sind mit Risiken verbunden. Bitte beachten Sie, dass der Wert der Anlage steigen oder sinken kann und die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Gewähr für die zukünftige Wertentwicklung bietet. Diese Publikation und die darin enthaltenen Informationen dürfen ohne unsere schriftliche Genehmigung weder kopiert, vervielfältigt, verbreitet noch Dritten in sonstiger Weise zugänglich gemacht werden. Diese Publikation ist kein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren und richtet sich nicht an Personen in Ländern, in denen die Verbreitung solcher Materialien rechtlich verboten ist. Für alle Ansprüche im Zusammenhang mit diesem Haftungsausschluss ist niederländisches Recht maßgeblich.

Über den Autor

Marcelo Assalin

Marcelo Assalin

Head of Emerging Markets Debt

Erfahrung seit 1996

Business Experience

2015-heute Assalin ist Head of EMD und Lead Portfolio Manager der EMD Blended Strategien/ und des EMD Opportunities Fonds bei NN Investment Partners

2013-2015 Lead Portfolio Manager, EMD Local Currency Strategies, ING IM

2012-2013 Head of Emerging Market Sovereign Debt und Local Currency bei  Voya Financial (vormals ING IM USA).

2008-2011 Senior Portfolio Manager im EMD-Team von ING IM USA

2005-2008 Chief Investment Officer bei ING IM Brasilien (Sulamerica Investimentos)

2002-2005 Lead Portfolio Manager, Fixed Income bei Sulamerica Investimentos

1996-2002 Trader und Portfolio Manager bei Sulamerica (Brasilien)  

Qualifikationen

Chartered Financial Analyst (CFA)

BSc in Wirtschaftswissenschaften und Rechnungswesen der Universität von São Paulo (Brasilien)

Mehr

Mehr